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Der Wald: Nummer 1 im Schutz vor Lawinen

Der aktuell schneereiche Winter zeigt: Der Wald funktioniert als Schutz vor Lawinen und anderen Naturgefahren bestens! Beton und Stahl haben in Sachen Schutzfunktion keine Chance gegen einen gesunden und gepflegten Schutzwald.

 

In den Diskussionen um den Schutz vor Naturgefahren wie Lawinen, Erdrutschen, Steinschlägen und Murgängen im laufenden Winter wurde der wirksamste Schutz vor diesen Gefahren kaum erwähnt: der Wald. Obwohl mittlerweile jedem Schulkind klar ist, dass sich das Klima verändert und Wetterextreme auch in unserer Region immer häufiger auftreten, bleibt der Wald in dieser Diskussion weitgehend auf der Strecke. Zu unrecht!

 

Der Wald verhindert Schlimmeres

Denn es ist offensichtlich: Ohne die funktionierenden Schutzwälder wären die Auswirkungen der grossen Schneemengen dieses Winters verheerend für die Bergdörfer und die Verkehrswege. Dank des Schutzes, den der Gebirgswald bietet, blieben die Schäden überschaubar, die Gefahren kalkulierbar.

Im Frühjahr werden die Bergwälder sogar die tieferliegenden Regionen und das Flachland vor Naturgefahren schützen. Denn es drohen mögliche Hochwasser, wenn im Frühling die Schneeschmelze einsetzt und gleichzeitig Regen bis in grosse Höhen fällt. Der Wald nimmt das meiste Wasser auf, speichert es, gibt es nur allmählich wieder ab und verhindert so einen übermässigen Wasserabfluss, der Überschwemmungen verursachen könnte.

 

Politik interessiert sich nicht für den Wald

Trotz all dieser grossartigen Leistungen für unser aller Sicherheit, welche die Schutzwälder diesen Winter unter Beweis stellen, wird der Wald als Beschützer regelmässig totgeschwiegen. Viel schlimmer noch: Seit Jahren sinken die staatlichen Beiträge an die Schutzwaldpflege bedenklich. Pro gepflegter Hektare Schutzwald werden zur Zeit 9000 Franken Subventionen bezahlt. Dieser Betrag lag vor ein paar Jahren noch bei rund 12000 Franken. Die Folge: Die Schutzwälder im Kanton Wallis können nur rund alle 100 Jahre einem verjüngenden Eingriff unterzogen werden. Viel zu wenig im Vergleich zur fortschreitenden Klimaveränderung, die auch unsere Schutzwälder zusehends unter Stress setzt.

Der Grund: Die Schutzwaldpflege hat einen sehr langfristigen Charakter. Was heute gemacht oder eben mangels Geld unterlassen wird, zeigt seine Wirkung erst in 50 Jahren. Derart langfristiges Denken lässt sich in dem alle vier Jahre wiederkehrenden Rummel mit Namen «Wahlkampf» nicht publikums- und medienwirksam verkaufen. Gewählt wird, wer in Beton und Eisen investiert, statt zur Natur und der Pflege des Waldes Sorge zu tragen.

 

Umdenken dringend nötig

Aus Sicht der Wälder ist es höchste Zeit umzudenken und dem Schutzwald seine grosse Bedeutung im Kampf gegen Naturgefahren wieder zuzugestehen; in der Diskussion genauso wie beim Öffnen des Geldbeutels. Das gilt nicht nur für die Politik und für die Staatskasse. Das gilt auch für privaten Bauherren, die lieber auf billiges Importholz setzen statt die Pflege des lebenswichtigen Schutzwaldes mit dem Kauf einheimischen Holzes zu unterstützen, das nur unwesentlich teurer ist, als die ausländischen Konkurrenzprodukte.  Wir dürfen nicht vergessen: Auch künftige Generationen können auf den Schutz des Waldes für Naturgefahren nicht verzichten!