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Holzschindel: Wenn die Tradition auf das Dach zurückkehrt

Lange galt die Holzschindel als altbacken. Doch allmählich hält die alte Walliser Tradition auf den Dächern der Dörfer wieder Einzug. Zum Beispiel auf dem alten Schulhaus in Fieschertal.

 

50 bis 60 Jahre hält ein fachmännisch erstelltes Schindeldach – länger als jedes andere hierzulande verwendete Material zum Dachdecken. Auf dieses traditionelle Material setzt man länger je mehr nicht nur, wenn schützenswerte Gebäude restauriert werden. Immer öfter setzen auch private Bauherren auf den umweltfreundlichen und CO2-neutralen Baustoff aus reinem, einheimischem Lärchenholz.

 

Privater Bauherr von Holzschindeln überzeugt

Neustes Beispiel ist das alte Schulhaus von Fieschertal. Die Schindeln wurden ersetzt und schmücken und schützen nun das alte, neu renovierte Haus in Fieschertal. Nachdem das Haus an einen holländischen Besitzer ging, stand die Frage im Raum, welche Rolle das Dach des alten Hauses mitten in Fieschertal bei der Dachrenovation des Gebäudes spielen sollte. Ein klares Konzept und die Vorteile eines Schindeldaches überzeugten den Bauherren auf die Karte Holzschindeln vom Forst Aletsch zu setzen.

 

Holzschindel spalten ist seltenes Handwerk

Forst Aletsch ist einer von ganz wenigen Betrieben, der dieses uralte Handwerk noch beherrscht. Die wichtigsten Vorteile, von denen sich der Bauherr überzeugen liess: Holzschindeln, die aus dem Kernholz des Lärchs gespalten werden, gelten als eine der widerstandsfähigsten Dachbedeckungen. Zudem setzen die traditionellen Lärchenschindeln auch einen architektonischen Glanzpunkt und setzen einem Holzhaus die Krone auf. Ein weiterer Vorteil: Die starke UV-Strahlung in den Bergen sorgt dafür, dass die anfänglich rötlichen Dächer allmählich von einer grauen Patina überzogen werden, mit jedem Jahr schöner anzuschauen sind und sich noch besser in die Landschaft integrieren.

 

Holzschindel spalten, nicht sägen

Neben der Auswahl des perfekten Lärchenstammes (möglichst gerade gewachsen und ohne Äste) ist ein weiterer Punkt entscheidend für die Qualität eines Daches aus Holzschindeln: Nur das dunkle Kernholz wird verwendet und von Hand gespalten. Der Grund: Durch das Spalten wird der natürliche Faserverlauf des Holzes nicht zerstört. Die gespaltene Holzschindel ist dadurch viel haltbarer und widerstandsfähiger als eine gesägte. Übrigens: Die Walliser Holzschindeln sind traditionell 51 Zentimeter lang und pro Quadratmeter Dach werden 62 Lärchenschindeln in drei Lagen benötigt.

Weitere Infos zu gespaltenen Holzschindeln aus Hochgebirgslärche gibt es hier.