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Naturwaldreservate: Zurück zum Urwald

Naturwaldreservate verfolgen einen Zweck: Grosse Waldflächen sollen sich ohne jeglichen Eingriff des Menschen auf natürliche Weise entwickeln können. Anders gesagt: Früher genutzte Waldfläche wird wieder zum Urwald.

 

Während der Vertragsdauer von 50 Jahren zwischen den Waldbesitzern und dem Bund wird der Wald sich selbst und den natürlichen Regulierungsmechanismen überlassen und wird zum eigentlichen Urwald. Flora und Fauna können sich dabei ungestört durch unnatürliche Einflüsse entwickeln.

 

Naturwaldreservate: Keine Eingriffe ausser…

Einzig Schutzmassnahmen bei ausserordentlichen Ereignissen, Unterhalt der Wanderwege, Beweidung in bestimmten Gebieten und in Ausnahmefällen Verhinderung der Verbuschung von Alpweiden sind zulässig. Jegliche Nutzung und Veränderung der Wälder durch die Waldbesitzer ist verboten. Zudem haben diese dafür zu sorgen, dass sich auch Dritte an die Vereinbarung halten und dem Gebiet keinen Schaden zufügen.

 

Finanzielle Entschädigung im Gegenzug

Im Gegenzug werden die Waldbesitzer für den Verzicht der Waldnutzung mit 37 Franken pro Hektare und Vertragsjahr entschädigt. Allerdings kann über diese Mittel nicht frei verfügt werden. Vielmehr muss das Geld in den Forstreservefonds der jeweiligen Burgerschaft fliessen und für Forstbedürfnisse genutzt werden.

 

 

Naturwaldreservat Twingi

Die «Twingi» am Eingang zum Binntal ist eine markante Schlucht mit beidseits schroff ansteigenden Flanken und Felswänden. Sie ist eine von Menschenhand wenig beeinflusste Naturlandschaft.

 

Bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts wurde sie aber genutzt, wenn auch unter sehr schwierigen Bedingungen. Eine heute verkehrsfreie Strasse, einst eine bedeutende Handelsroute vom Binntal über den Albrunpass nach Italien, durchzieht die Twingi. Das Naturwaldreservat Twingi umfasst eine Fläche von 438 Hektaren und gehört zum regionalen Landschaftspark Binntal.

 

Fauna, Flora und Geologie in der «Twingi-Schlucht» sind einzigartig. Besonders die Dynamik der Naturgewalten wie Lawinen und Steinschlag, die Wasserfälle und vereiste Steilwände sind beeindruckend. Besonders aufwändig gestaltet sich daher auch die Pflege dieser unzugänglichen und sehr steilen Wälder. Als Naturwaldreservat ist daher dieses Gebiet bestens geeignet.

 

Bericht Naturwaldreservat Twingi (PDF)

Karte Twingi (PDF)

Vereinbarung Naturwaldreservat Twingi (PDF)

 

 

Naturwaldreservat Aletsch

Der Aletschwald ist wohl der eindrücklichste Wald der Schweiz. Gleich im Anschluss dran, am Westhang des Riederhorns, befindet sich das Naturwaldreservat Aletsch.

 

Man kann hier auf kleinem Raum die ausserordentliche Fähigkeit der Tier- und Pflanzenwelt wahrnehmen, sich an extrem raue Standorte anzupassen und diese zu erobern. Innerhalb weniger hundert Meter findet sich das Pionierstadium pflanzlicher Besiedlung am Gletscher bis hin zum Arven-Lärchenwald, der Bäume mit bis zu 1000 Jahren Alter aufweist.

 

Die ganze Bergregion rund um den Aletschgletscher ist in ihrer Gesamtheit einzigartig. Der Wechsel zwischen Warm- und Kaltzeiten und das damit verbundene Schwinden oder Wachsen des Gletschers schuf eine einzigartige, besonders strukturreiche Landschaft. Sie ermöglicht es vielen spezialisierten Tier- und Pflanzenarten, einen geeigneten Lebensraum zu finden. Über einen sehr langen Zeitraum stellte sich ein komplexes Waldökosystem ein, das im gesamten Alpenbogen einzigartig ist.

 

Das bestehende Reservat Aletschwald wurde 1933 auf 99 Jahre unter Schutz gestellt und 1999 um das Gebiet «Teiffe Wald» erweitert. Das neu geschaffene Naturwaldreservat Aletsch im Westen des Aletschwalds mit einer Fläche von 410 Hektaren ist quasi eine Ergänzung des weltbekannten Aletschwalds.

 

Erweiterung Naturwaldreservat Aletschwald (PDF)

Die Flora im Welterbe, von Laudo Albrecht (PDF)

Die Fauna im Welterbe (PDF)