Startseite

Naturwaldreservate geben der Natur Ihren Platz zurück

30.07.2018 / Naturwaldreservate sind seit 2011 Teil des Forst Aletsch. Ziel: Grosse, zusammenhängende Waldgebiete vollständig dem Einfluss der Natur zurückzugeben und damit auf den Weg zurück zum «Urwald» zu schicken. Twingi und Aletsch sind seither grossmehrheitlich sich selbst überlassen und folgen nur noch einer Vorgabe: der Natur.

 

Ein Wald, unberührt von Menschenhand: Dieses Ziel verfolgt die Schaffung von Naturwaldreservaten, mit deren Einrichtung die Waldbesitzer für 50 Jahre verpflichtet werden, diese Wälder nur sich selbst und der Natur zu überlassen. Die natürliche Entwicklung der standorttypischen Waldgesellschaften sowie die ursprünglichen Waldlandschaften der Schweiz soll mit diesen Projekten gefördert werden.

 

Naturwaldreservate: der Blick zurück

Seit 2011 ist die Twingischlucht mit rund 438 Hektaren Fläche eingangs des Binntals auf Boden der Burgerschaften Grengiols und Binn ein solches Reservat. Kurz darauf wurde auch der Aletschwald mit 410 Hektaren auf der Westseite des Riederhorns auf Gemeindegebiet von Riederalp und Bitsch in die Reihe der Naturwaldreservate aufgenommen. Seither entwickeln sich diese grossen Waldflächen ohne Einfluss des Menschen. Denn abgesehen vom Freihalten allfälliger Alpweiden darf in diesen Gebieten kein Baum auch nur angefasst oder neu gepflanzt werden. Der Wald muss sein Gleichgewicht selber finden.

Dass es nach knapp sieben Jahren zu früh ist, schon Schlüsse daraus zu ziehen, wie sich diese Waldflächen ohne Eingriff des Menschen verändert haben, ist offensichtlich. Denn Wälder haben einen eigenen, sehr langsamen Rhythmus. Was heute gemacht oder eben unterlassen wird, macht sich unter Umständen erst in 30, 40 oder gar 50 Jahren bemerkbar.

 

Natuwaldreservate: Verbindung von Schutz und Investitionen

Was allerdings heute schon gesagt werden kann: Die Gelder, welche die Waldbesitzer als Ersatz für den Verzicht der wirtschaftlichen Nutzung ihrer Wälder erhalten haben, zeigen Wirkung. Denn pro Hektare Wald und Vertragsjahr wurde den Waldbesitzern, also den Burgerschaften und einer Alpgenossenschaft, 37 Franken ausgezahlt. Was auf den ersten Blick bescheiden tönt, summiert sich aber rasch.

656’100 Franken wurden für das Naturwaldreservat Twingi gezahlt und auf 589’040 Franken beläuft sich die Zahlung des Bundes für das Naturwaldreservat Aletsch. Auflage: Diese Gelder müssen zwingend für Wald- und Forstmassnahmen auf dem jeweiligen Gemeindegebiet eingesetzt werden. Ein Beispiel dafür liefert die Forststrasse von Grengiols zum Breithorn, die mit Hilfe dieser Gelder im Laufe des letzten und diesen Jahres instand gestellt wurde und wird. Damit sind die Naturwaldreservate ein sehr gutes Beispiel dafür, wie sich der Schutz der Natur mit nötigen Investitionen der Gemeinden in ihre Wälder verbinden lassen.

 

Erfahren Sie hier mehr zum Thema.