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Waldweiden pflegen heisst Artenvielfalt fördern!

Birkhuhn, Steinhuhn und verschiedene Orchideenarten können im wahrsten Sinne des Wortes wieder aufatmen. Durch die Pflege der Waldweiden, oberhalb von Martisberg, durch Forst Aletsch wird ein wichtiger Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten erhalten.

 

«Waldweiden auf der Martisbergeralpe sind das perfekte Beispiel dafür, wie die Arbeit des Forst Aletsch und die Förderung der Artenvielfalt Hand in Hand gehen», freut sich Revierförster Peter Aschilier. Die Rede ist vom Erhalt der traditionellen Weiden im Wald oberhalb von Martisberg. Doch eins nach dem anderen!

 

Waldweiden entstanden durch Menschenhand

Waldweiden sind nichts anderes als geschlossene Grasflächen, die mit Lärchen durchsetzt sind. Die Bauern fällten früher Bäume, damit der Waldboden mehr Licht bekam und eine Weide entstehen konnte. Gleichzeitig wurden aber genügend Bäume stehen gelassen, um den Boden vor zu viel Sonne zu schützen. Diese Kombination ergab nicht nur eine gute Weide für das Vieh der Bauern. Es sorgte auch dafür, dass viele Pflanzen- und Tierarten dadurch einen perfekten Lebensraum erhielten. Das Vieh sorgte während Jahrhunderten dafür, dass die Waldweiden erhalten blieben.

Mit dem Rückgang der Nutzung solcher Waldweiden begannen diese wieder zuzuwachsen. Im Halbschatten kam die Fichte wieder auf und durch die fehlende Nutzung der Lärchen schloss sich das Kronendach und die Waldweide ging zurück. Der wertvolle Lebensraum drohte verloren zu gehen.

 

Grosses Projekt, grosse Wirkung

«Gemeinsam mit der Gemeinde Bettmeralp haben wir deshalb ein Projekt ausgearbeitet, wie dieses Gebiet erhalten werden kann und haben dieses dem Kanton vorgelegt, um entsprechende Subventionen zu erhalten», so Aschilier weiter. Das Projekt wurde gutgeheissen. Rund 450’000 Franken kosten die verschiedenen Massnahmen zum Erhalt der Waldweiden auf einer Fläche von 17,5 Hektaren zwischen 1650 und 1950 Metern über Meer, oberhalb von Martisberg. Das Projekt wird unterstützt von der Dienststelle für Wald, Flussbau und Landschaft mit 140’000 Franken.

Dies umfasst unter anderem folgende Arbeiten:

 

 

Waldweiden bis Ende 2019 gerettet

«Das Projekt zum Erhalt der Waldweiden befindet sich zurzeit mitten in der Umsetzungsphase und dauert noch bis Ende 2019», fasst Peter Aschilier zusammen. «Ein Projekt, dass sich aber für Tier und Mensch lohnt», so Aschilier weiter. «Denn der Erhalt traditioneller Kulturflächen sorgt nicht nur für den Schutz einzelner Tierarten wie dem Birkhuhn. Es bildet quasi eine Insel der Artenvielfalt, in der sich bedrohte und seltene Tierarten sehr gut vermehren und auf die umliegenden Gebiete weiterverbreiten können. Damit ist der Natur und damit auf lange Sicht auch dem Menschen am besten geholfen.»

 

 

 

Hier gibt es mehr Infos zum Erhalt der Natur durch den Forst Aletsch